Das ist kein theoretisches Szenario.
Als 2025 der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs zeitweise den Zugriff auf E-Mail-Dienste verlor, weil Microsoft aus politischen Gründen Accounts gesperrt hatte, wurde deutlich, wie abhängig selbst gewichtige Institutionen von internationalen politischen Ereignissen sind. Kurz darauf zeigte der globale Cloudflare-Ausfall, wie schnell zentrale Teile des Internets gleichzeitig gestört sein können - mit Auswirkungen auf tausende Dienste weltweit.
Beide Fälle zeigen nicht nur technische Probleme, sondern strukturelle Abhängigkeiten: Zentrale digitale Infrastruktur liegt oft in den Händen weniger Anbieter - und entzieht sich damit unserer direkten Kontrolle.
Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit, mit genau diesen Abhängigkeiten bewusst umzugehen.
Es geht nicht darum, alles selbst zu betreiben.
Sondern darum, handlungsfähig zu bleiben:
- wenn sich politische Rahmenbedingungen ändern
- wenn Anbieter ihre Geschäftsmodelle anpassen
- oder wenn zentrale Dienste ausfallen
In der Praxis zeigt sich digitale Souveränität selten in einzelnen Tools, sondern in der Art, wie Systeme aufgebaut sind und wie gut Organisationen sie verstehen.
Als Unternehmen, das seit fast zwei Jahrzehnten tief in der community-basierten Open-Source-Entwicklung verankert ist, ist digitale Souveränität keine ideologische Frage, sondern eine praktische:
Wie gestalten wir digitale Systeme so, dass sie auch dann funktionieren, wenn sich die Welt um sie herum verändert?

